Pride & Prejudice Sense & Sensibility Persuasion
Mansfield Park Emma Northanger Abbey

Pride & Prejudice

Stolz und Vorurteil

194019791995

USA, 1940

Gleich im Voraus: Ich habe es nicht bereut, mir diesen Film zu kaufen und für den Fall, jemand kann sich nicht mit vielen Veränderungen anfreunden, so ist er dennoch als muntere Liebes- und Gesellschaftskomödie zu empfehlen.

Auf den Beginn dieser Verfilmung war ich besonders neugierig. Auch wenn nicht der berühmte Eröffnungssatz von Jane Austen fällt, so wird in der ersten Szene dem Zuschauer mehr als verdeutlicht, wie begehrt Junggesellen sind. Und das Kutschenrennen zwischen Mrs Bennet mit ihren fünf Töchtern und Lady Lucas mit ihrer Charlotte ist einfach köstlich. Überhaupt : Mrs Bennet macht ihrer Buchvorlage alle Ehre, ebenso wie ihr Mann und Mr Collins. Wer nach meiner Meinung nach ganz und gar fehlbesetzt erscheint, ist Colonel Fitzwilliam, der auch auf Rosings lediglich alle begrüßt und dann nie wieder zu hören oder zu sehen ist.

Was die Handlung angeht wird einen schnell bewusst, wie schwer es sein musste, zu entscheiden, was und wie man es in 117 Minuten zeigt. So findet der Zuschauer Szenen, die nach Buchvorlage, im Laufe von mehreren Tagen stattfinden, plötzlich innerhalb einer Situation zusammengerafft. Doch ich denke, dies ist gut gelungen. Auch eine Folge davon ist, dass wir am ersten Tanzabend nicht nur auf Darcy, Bingley und seine Schwester, sondern auch auf Wickham treffen. ( Mrs Hurst und ihr Mann fehlen gänzlich.) Der Ball auf Netherfield wurde zu einer Gartenparty umfunktioniert, auf der Elizabeth sich vor Mr Collins versteckt und so von Mr Darcy "gerettet" wird. Woraufhin beide sich dem Bogenschießen widmen. Auch der berühmte Brief von Darcy, nach seinem ersten Heiratsantrag, existiert nicht. Er reist persönlich nach Longbourne, wo die Szene, die sich eigentlich in Lambton zuträgt, sich dort abspielt.

Über Darcy und Elizabeth als Charaktere denke ich, dass beide erst einmal gut zusammen passen. Greer Garson ist, wenn auch eine blonde, eine aufgeweckte und heitere Lizzy. Laurence Oliver machte es mir allerdings schwer, mich in Elizabeth rein zu versetzten und Darcy als einen unerträglichen und zu stolzen Mann zu sehen. Selbst bei Darcy`s erstem Heiratsantrag im Pfarrhaus von Rosings war er fast schon freundlich und man hätte fast erwartet, dass Elizabeth ihr Jawort gibt.

Dies alles lässt vielleicht auf eine verwirrende oder zu abgedriftete Handlung schließen, doch keineswegs erschien es mir während des Schauens ganz und gar so erheblich und tragisch.

Trotz vieler änderungen freute ich mich immer wieder darüber, wenn ich berühmte Passagen hörte. Besonders von Mrs Bennet, Collins Heiratsantrag oder Worte aus Mr Bennets Mund. Ebenso ist es zum Lachen, wenn man Lydia "Wicki !", rufen hört.

Da ich schon im vornherein von Fehlgriffen, wie zum Beispiel den Kostümen, hörte, richtete ich mich darauf ein. Nach einer Weile konnte ich fast schon darüber hinwegsehen - fast. Auch, dass Walzer getanzt wurde. Doch was mir fast schon ein kleines Verbrechen erscheint, war die Tatsache, dass Lady Catherine sich als Botschafter für ihren Neffen herausstellt! Lady Catherine de Bourgh fühlt Elizabeth Bennet auf den Zahn, ob sie ihren Neffen Fitzwilliam Darcy liebt - im Auftrag von ihm selbst - ? Unvorstellbar!

Am Ende fand ich es eine ganz schöne Idee, auch einen Blick auf zwei vermeintliche Verehrer von Kitty und Mary zu werfen - oh, glückliche Mrs Bennet.

Also, noch einmal ganz kurz: Zusammengefasste Handlungsstränge, leicht veränderte und ebenso treugebliebene Charaktere, Szenen die man sich wünscht zu sehen und für seine Zeit (1940), sogar in schwarz/weiß, absolut sehenswert. Teilweise sogar ein wenig verrückt.

Doch die Verkörperung von Lizzy und Darcy, werden für mich wohl immer Jennifer Ehle und Colin Firth bleiben!
(von Mella)

Wer in diesem Film eine ziemlich werkgetreue Adaption von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" sucht, wird enttäuscht werden. Die Handlung und, viel schlimmer noch, die Charaktere werden schon arg verborgen. Da wird aus Lady Catherine die Ehestifterin zwischen Darcy und Lizzy. Und das auch noch ganz bewusst und nicht wie im Buch ungewollt durch ihre unverschämte Einmischung. Und warum sich Lizzy nicht sofort in Darcy verliebt, bleibt rätselhaft. Laurence Olivier spielt ihn einfach hinreißend. Er macht Lizzy auch ganz offen den Hof. Und genau so ist Mr. Darcy nicht.

Natürlich musste die Handlung auch sehr gestrafft werden, da es sich ja um eine Kinoproduktion handelt. Trotzdem haben Drehbuchautoren und Regisseur mehr als notwendig gestrichen oder verändert. Die falschen Kostüme und die falsche Ausstattung sollen hier nur am Rande erwähnt werden. Da bleibt oft nur noch eine vage Erinnerung an das Original.

Trotz allem ist der Film ganz toll. Ich sehe ihn sehr gerne, aber eben als alten Hollywoodschinken mit dem genialen Laurence Olivier und nicht als Jane Austen Adaption. Der Film hat Witz und Esprit. Die Schauspieler sind gut aufgelegt und sorgen für kurzweilige 113 Minuten. Und, wie fast immer, ist die Originalfassung der Synchronisation vorzuziehen. Also, kauft ihn euch und habt Spaß damit. Aber bestellt euch gleich "Pride and Prejudice" mit Colin Firth und Jennifer Ehle mit (besser auch im Original), damit ihr auch noch zu einer perfekten Adaption von "Stolz und Vorurteil" kommt.
(von Sonja)

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GB und USA, 1979

Ich hätte nie gedacht, dass sich meine Meinung über diese "Pride and Prejudice" Version noch mal so ändern könnte, aber, na ja, sie ist nicht schlecht. Quatsch, sie ist wirklich gut. Natürlich nicht so gut wie P&P 1995, aber auf alle Fälle sehr sehenswert.

Elizabeth Garvie mag ich sehr als Lizzy. Sie ist auch gar keine richtige Konkurrenz für Jennifer Ehle, weil ihre Lizzies doch sehr unterschiedlich sind und man sie beide mögen kann. Jane finde ich fast besser, so richtig konnte ich mich mit Susannah Harker nie anfreunden. Mr. Collins ist in beiden Versionen sehr gut, auch Mrs Bennet.
Mr. Bennet gefällt mir nicht in der 79 er Fassung. Benjamin Whitrow spielt ihn ironisch und sarkastisch und nur in wenigen Szenen bitter (Lydias Flucht und die Einsicht, dass er daran die Schuld trägt), so wie Mr. Bennet sein soll. Moray Watson's Mr. Bennet ist nur noch verbittert.
Mr Wickham ziehe ich in der 79er Fassung fast vor, ihm kann ich eher abnehmen, dass er ein Herzensbrecher ist.

Nun aber zum echten Ärgernis der 79er Verfilmung: David Rintoul.
Daran kann ich mich nicht gewöhnen, wie er den Mr. Darcy gibt. Er stolziert umher, als hätte er seinen Spazierstock verschluckt. In den wenigen Szenen, in denen er als Mr. Darcy mal lächelt, wirkt das Lächeln auch total aufgesetzt und nicht von Herzen kommend. Nein, so stelle ich mir Mr. Darcy nicht vor. Man merkt gar nichts von seinen inneren Kämpfen, er ist selbst bei seinen Anträgen kalt wie ein Fisch. Wie Charlotte ahnen kann, dass er in Lizzy verliebt sein könnte, bleibt rätselhaft, mehr als zwei oder drei kühle Blicke sind da nicht. Das bringt Colin Firth alles und in jeder Sekunde viel besser rüber.

Aber wie auch immer, ich werde die Verfilmung sicher wieder sehen, anders als "Mansfield Park" (1999) und "Northanger Abbey", die ich wahrscheinlich nicht noch mal einlegen werde, weil man in der Zeit so schöne andere Verfilmungen sehen könnte.
(von Sonja)

Ich habe mir jetzt endlich auch die ältere Verfilmung von "Pride and Prejudice" angesehen und muss sagen, ich bin positiv überrascht.

Natürlich ist es wieder diese alte BBC-Theater-Atmosphäre und alles ist weniger strahlend und lebendig als in der Version von 1995, aber das sind nur Kleinigkeiten.
Elizabeth Garvie als Elizabeth ist ganz wunderbar, ich finde sie vor allem im ersten Teil besser als Jennifer Ehle, weil sie nicht so aggressiv, sondern eher verspielt rüberkommt, so wie ich mir Elizabeth nach dem Lesen des Buches vorgestellt hatte.
Nach den vielen schrecklichen Berichten über seine Darbietung konnte David Rintoul meine Erwartungen eigentlich nur übertreffen und ich finde, er ist ein guter Darcy. Kein Vergleich zu Colin Firth, der eine viel komplexere Figur geschaffen hat, mit die beste Verkörperung eines Austen-Charakters überhaupt. Aber Rintoul hat eine angenehme Stimme und seine, na ja, sagen wir minimalistische Spielweise ist in den meisten Szenen wirkungsvoll (vor allem der erste Antrag ist auch in dieser Version sehr gelungen, wenn auch nicht ganz so nahe gehend wie in P&P95). Manchmal fand ich ihn aber auch übertrieben steif und unfreiwillig komisch.

Weiterhin gibt es eine perfekte, da weniger schrille Mrs. Bennet, jüngere und elegantere Gardiners, eine gutaussehende und fantastisch hochnäsige Lady Catherine sowie ebenfalls sehr gute Interpretationen von Charlotte, Jane, Mary, Miss Bingley und Mr Collins.
Die jüngeren Schwestern sind ziemlich farblos, genauso wie Wickham und Bingley und Mr Bennet ist völlig falsch, viel zu wütend und nicht humorvoll genug, in diesen Punkten ist die neuere Version viel besser.

Was ich auch noch als sehr störend empfand sind diese verflixten voice-overs, die doch sehr aufgesetzt wirkten und auch die teilweise ziemlich verstümmelten Dialoge, die manchmal überhaupt keinen Sinn ergaben. Vor allem aber natürlich der legendäre 5-Meilen-Lauf nach Pemberley, was haben sich die Autoren da bloß gedacht? Einfach eine der besten Szenen des Buches so zu ruinieren, tsk, tsk tsk...

Im Großen und Ganzen freue ich mich aber, dass ich jetzt zwei wirklich gelungene Verfilmungen meines Lieblingsbuches besitze. (-:

Obwohl P&P95 natürlich mein absoluter Favorit bleibt, da bin ich treu.
(von Katherina)

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GB und USA, 1995

Das ist der erste bewusste Kontakt, den ich mit Austen hatte und wird deshalb immer einen speziellen Wert für mich haben. Nicht, dass die Verfilmung diesen Sympathiebonus bräuchte, denn das ist die mit Abstand beste Literaturverfilmung, die ich kenne. Natürlich ist nichts perfekt, so stört mich hier das etwas hastige Ende, die unnötig vielen Wickham-Szenen und eine in einigen Teilen etwas schiefe Darstellung von Elizabeth Bennet.

So sehr ich Jennifer Ehle auch bewundere, sie kann im ersten Teil meiner Meinung nach die "sweetness and archness of manner", die EB so kennzeichnet, nicht vermitteln und kommt oft als schnippisch und wütend rüber, wo sie es nicht sollte. Der zweite Fehler ist nicht ihre Schuld, sondern liegt am Drehbuch, wo Elizabeth nach dem Lesen des Briefes von Darcy unverständlicherweise kein bisschen Reue oder Mitgefühl für Darcy zeigt, was sie als selbstgerecht und zumindest für mich in diesem Moment regelrecht unsympathisch erscheinen lässt. Dafür ist Ehle vor allem in allen ernsten Momenten ganz großartig und sehr bewegend, weswegen ich ihre Elizabeth Bennet trotz kleiner Mäkeleien sehr gelungen finde.

Auch die Musik, die Ausstattung, ausnahmslos alle Darsteller und überhaupt die ganze Komposition des Films sind ganz toll. Erwähnen muss ich noch Colin Firth, der für mich den idealen Darcy verkörpert. Vor allem was er wortlos nur mit seiner Mimik machen kann, ist unglaublich und der erste Heiratsantrag ist ganz großes Kino. Denn vor allem Darcy ist schwer darzustellen und kann leicht zu einem steifen, uninteressanten Hagestolz verkommen, wenn man ihn nicht richtig darstellt. Deshalb ziehe ich meinen Hut vor dieser Leistung.

Überhaupt gibt es ganz viele unvergessliche Szenen: Das Meryton Assembly, die Begegnung im Park von Netherfield, der Netherfield Ball, der erste Antrag, alles in Lambton und Pemberley, die Konfrontation mit dem alten Drachen, die Hochzeit etc.

So, ich glaube, jetzt müsste allen klar sein, wie sehr ich diesen Film liebe. (-:
(von Katharina)

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Sense & Sensibility

Verstand und Gefühl

19811995

England, 1981

Da ich nun alle auf Video erhältlichen Jane Austen Verfilmungen kenne, neige ich dazu, sie sozusagen in drei zeitliche Abschnitte einzuteilen: die Verfilmungen der 70er Jahre, die der 80er, wozu diese Verfilmung gehört, und die der 90er Jahre. Und zwischen den Filmen eines Abschnittes gibt es mehr oder weniger deutliche Parallelen.

"Sense and Sensibility" (1981) gehört also mit "Pride and Prejudice" (1979), "Mansfield Park" (1983) und "Northanger Abbey" (1987) zu den Verfilmungen der 80er. Und bei allen ist mir ein deutlicher Unterschied zu den Verfilmungen aus den 70er Jahren aufgefallen. Die Studioaufnahmen nehmen ab und die Außenaufnahmen zu. Man erlaubt sich, Jane Austen etwas freier zu interpretieren und auch teilweise zu ändern. Die steife Atmosphäre lockert sich merklich auf. Dies gelingt in unterschiedlichem Maße. Was bei "Sense and Sensibility" noch gut glückt, wird bei "Northanger Abbey" zu viel, der Versuch ist mißlungen.

Doch nun zum Film selbst. Alle Rollen sind gut besetzt, da gibt es keine Enttäuschungen. Insgesamt finde ich das Ensemble auch ausgeglichener als in der neuen Verfilmung. Nur von Mr. Palmer muß man deutlich sagen, dass sein Schauspieler hat es nicht geschafft hat, gegen den hervorragenden Mr. Palmer der neuen Verfilmung - Hugh Laurie - zu punkten. Tracey Childs erinnert mich in ihrer Darstellung der Marianne sehr an Kate Winslet, oder vielmehr Kate Winslet erinnert mich an Tracey Childs. Beide sind sehr gut. Als Elinor gefällt mir Irene Richard ganz klar besser; so sehr ich Emma Thompson mag, die Elinor nehme ich ihr nicht ab. Das Gleiche gilt für die Darsteller des Edward Ferrars, Bosco Hogan ist genau so, wie ich ihn mir vorstelle, er ist nur für Elinor attraktiv, die ihn mit den Augen der Liebe sieht. Hugh Grant ist für mich als Typ nicht glaubwürdig und auch die Art, wie er Edward Ferrars spielt, ist unglaubwürdig für mich. Auch Robert Swann überzeugt mich als Colonel Brandon mehr als Alan Rickman. Alan Rickman schmachtet mir zu viel und wirkt nicht sehr souverän. Ganz anders dagegen Robert Swanns Colonel, bei dem es nur einen Kritikpunkt gibt: er sollte die Länge seiner Koteletten überdenken ;-).

Und natürlich gibt es nach soviel Lob auch etwas zu kritisieren. Man hat einige Dinge gegenüber Jane Austen geändert, deren positiven Effekt ich nicht sehen kann (anders als bei "Persuasion" von 1995, wo ich die Idee, das gestrichene Ende in umgewandelter Form mit einzubauen für genial halte) und die mich deshalb ärgern. Da wäre zunächst die Tatsache, dass Marianne auf einmal die Gothic- Romane wie "Udolpho" liebt. Erst Colonel Brandon tritt als Schulmeister auf und gibt ihr "anspruchsvolle" Literatur. Das rückt sie in die Nähe von Catherine Morland, wo ich sie nach Jane Austen überhaupt nicht sehe. Die anderen Dinge wiegen weniger schwer. Elinor und Edward nennen sich beim Vornamen (schon vor der Verlobung), was, wenn ich meine Jane Austen richtig gelesen habe, absolut unmöglich und viel zu intim ist. Dann streiten sich Lady Middleton und Mrs. Ferrars darum, dass der eigene Sohn bzw. Enkel größer ist als der der anderen. Bei Jane Austen ist genau anders herum: man macht sich verlogene Komplimente über die Größe des jeweils anderen. Und da dies nun mal eine Jane Austen-typische Szene ist, ärgert es mich, dass man sie so ihres Charmes beraubt hat. Und dann fehlt die dritte Schwester, Margarethe, die ich allerdings kaum vermisse, bestenfalls in den Anfangsszenen fehlt sie.

Mein Fazit: trotz der kleinen Fehler ein schöner Film, den ich der neueren Verfilmung ganz klar vorziehe.
(Von Sonja)

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USA, 1995

Bis auf den deutschen Titel sehr gelungen. Dem Drehbuch von Emma Thompson merkt man an, dass sie Jane Austen wirklich mag.
(von Lena)

Auch wenn Emma Thompson gemeinsam mit Ang Lee einige Änderungen an der Geschichte vorgenommen hat, so fehlt z.B. eine Schwester von Mrs Palmer, bleibt die Linie erhalten. Auf jeden Fall ist dieser Film nicht so katastrophal wie die letzte Verfilmung von Mansfield Park, wo alle möglichen und unmöglichen Standpunkte und Ansichten einflossen, die mit der Geschichte gar nichts zu tun hatten. Aber er hat eindeutig einige emanzipatorische Aussagen, die allerdings bei näheren Hinsehen durchaus zum Hintergrund der Geschichte passen, sie sind nur hier etwas deutlicher unterstrichen. Vielleicht auch, weil man es sonst aus heutiger Sicht gar nicht versteht, warum manche Dinge so ein Problem sind!

Elinor, dargestellt von Emma Thompson, ist die vernünftige Schwester, die stets ein Auge auf die Finanzen der Familie hält und ihre Gefühle für Edward hinter einer stoischen Fassade verbirgt. Nur selten erlaubt sie sich "Aussetzer". Diese Zurückhaltung wird von Emma Thompson gut dargestellt, man könnte nur bemängeln, dass sie eine recht alte 19jährige ist.
Marianne wird wirklich hervorragend von Kate Winslet verkörpert. Sie ist diese ungestüme, hoffnungslos romantische Marianne, die Shakespeares Sonette liebt und ohne weiteres Willoghby verfällt, der auf sie wie ein Romanheld wirkt. Typisch Teenie, man nimmt ihr diese Rolle ab. Auch ihre langsame Wandlung zu mehr Vernunft am Schluß wirkt glaubwürdig, besonders, da sie mit Alan Rickman als Colonel Brandon einen wirklich guten Gegenpart hat. Wie er sie immer aus dem Hintergrund anhimmelt und stets helfend zur Seite steht, auch wenn sie es gar nicht will, geht einem zu Herzen. Nie aufdringlich, aber immer da. Seine stärkste Szene ist eindeutig die, wo er vor der Tür von Mariannes Krankenzimmer wartet, voller Sorge, und dann Elinor bittet: "Gebt mir eine Aufgabe!"
Vielleicht nicht die auffälligste Rolle, aber ausgesprochen gut besetzt!

Edward Ferrars paßt einfach zu Hugh Grant. Stotternd, schüchtern und immer ein wenig ungeschickt, dass ist sein typisches Rollenbild und so ist auch sein Edward. Reizend, wenn er und Elinor sich nach seiner Verlobung mit Lucy Steele treffen und beide unsicher auf ihren Stühlen rutschen und nicht so recht wissen, was sie jetzt sagen sollen. Die beste Szene haben beide, als Edward ihr endlich seine Liebe gestehen kann. Dabei wirkt auch das Spiel der restlichen Familie mit. Ein bißchen Hollywood, aber definitiv zu Tränen rührend!

Erwähnt werden sollte auch Mr. und Mrs Palmer, ein gelungenes Paar! Sein Mienenspiel ist wirklich göttlich! Auch die anderen Rollen sind gut besetzt, Willoghby ist so ungeheuer charmant, dass man wirklich enttäuscht ist, wenn er sich als Schurke entpuppt.

Die Ausstattung und die Kostüme passen in die Zeit, man sieht die Standesunterschiede deutlich, vor allem der Abstieg der Dashwoods vom Herrenhaus in ein Cottage wird verdeutlicht.

Es ist natürlich schwierig, ein umfangreiches Buch in einen relativen kurzen Film umzusetzen, aber ich finde den Film gelungen, die Geschichte und ihre Bedeutung sind trotz der Kürzungen erhalten geblieben, die Schauspieler wirken authentisch und man kann eine zum Heulen schöne Zeit beim Anschauen verbringen!
(von Kerstin)

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Persuasion

Verführung

1971 1995

GB 1971

BBC strahlt wieder mit Romannähe und Außenaufnahmen, während von jener Theateratmosphäre in dieser Adaption meines Erachtens von allen am wenigsten zu spüren ist. Weiterhin wage ich zu behaupten, dass diese eine Vorbildfunktion bezüglich der folgenden Version einnahm. Auch hatte ich hier, trotz 225 Minuten, nicht das Gefühl von Überlänge und genoss den nahezu mitzulesenden Szenenablauf.
Jene Verfilmung überraschte mich in ihrem Auftreten.

Was die Darsteller betrifft, könnte ich keinen als Fehlbesetzt bezeichnen und lediglich Unstimmigkeiten hervorheben. So erscheint Elizabeth Elliot zeitweise einsichtig, wenn auch eitel und nicht ganz so verzogen wie in der neueren Version. Ann Firbank ist eine hervorragende Anne Elliot, welche nicht so melancholisch, sondern schlagfertig und intelligent wirkt. Besonders schön empfand ich die hervorgehobene Veränderung - ihr Wiedererblühen - in Lyme.

Ebenso ist meines Erachtens ihr Vater besser gelungen, da nicht zu übertrieben und doch charakterlich ausgeprägt gezeichnet.

Ein für Filme jener Zeit typisches Merkmal, blieb auch hier nicht aus, so ist der dramatische Effekt bei Louisa Musgroves Unfall kaum zu unterschlagen, doch bleibt dies auch, neben Lady Russels Erscheinung als nette und unscheinbar daherplappernde Dame, ein nahezu vereinsamter Kritikpunkt.

Ob Kapitän Wentworth, Harvill, Benwick oder all die anderen Herren, keiner bildet eine Ausnahme in der guten Wahl der Schauspieler und verkörpert seinen Charakter hervorragend. Obwohl unberechtigt und von der neueren Verfilmung beeinflusst, doch dennoch unbewusst, vermisste ich die Marineuniformen, was aber nur nebenbei bemerkt sein soll.

Nach all den anderen BBC-Versionen aus den 70er/80er Jahren, stellte ich mich erneut auf ein überraschend kurzes oder ungewöhnliches Ende ein. Doch noch jetzt bin ich hingerissen von den ungewöhnlich ausgedehnten Schlussszenen zwischen dem Liebespaar. Überhaupt empfand ich jene peinlich verlegenen Situationen zwischen Anne und Wentworth absolut gelungen und natürlich wirkend.
Ein gelungener unterhaltsamer Film, mit talentierten Schauspielern, in einer zeitgetreuen Umgebung und einem der schönsten Liebesbriefe unserer Literaturwelt.
Sehenswert.
(von Mella)

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GB und USA, 1995

Ich finde, dass das Buch sehr gut wiedergegeben ist. Die Geschichte um Mr. Elliot (den Erben) und Annes Freundin Mrs. Smith ist etwas verstümmelt, was aber meiner Meinung nach bei nur 100 Min Zeit verständlich ist. Die Geschichte, dass ein Sohn der Musgroves unter Kapitän Wentworth' Kommando zur See gefahren war, fehlt (ist ja aber nicht wichtig für die Handlung). Sonst sind mir auf Anhieb keine weiteren Kürzungen aufgefallen. Die älteste Schwester ist für meinen Geschmack etwas übertrieben. Ich hätte sie mir steifer und mehr auf Etikette bedacht vorgestellt - statt dessen lümmelt sie im Familienkreis gar nicht steif auf dem Sofa herum. Auch die schon leicht verblühte Schönheit ist ihr nicht anzumerken. Anne ist hingegen hervorragend. Ohne große, auffällige Änderungen sieht sie am Ende des Films wesentlich besser aus als am Anfang.
(von Lena)
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Mansfield Park


1983 1999

GB, 1983

Das ist eine BBC-Verfilmung und hält sich dementsprechend auch viel enger an die Vorlage, was sehr gut ist. Sie hat allerdings einen meiner Meinung nach ziemlich schwerwiegenden Makel: Die Hauptdarstellerin. Ich weiß, dass Fanny Price ein schwer zu verkörpernder Charakter ist, weil ihre Art nicht gerade sympathie auf den ersten Blick hervorruft. Aber deshalb muss sie nicht jedes ihrer Worte mit wildem Gestikulieren unterlegen und bei den emotionalen Szenen regelrecht hysterisch werden. Wahrscheinlich hatte Sylvestra LeTouzel eine Theaterausbildung und übernimmt das daher, aber ihre Darstellung ruft bei mir unangenehme Assoziationen an Mary Bennet und ihr realitätsfremdes Predigen hervor. Wobei sie an Stellen gute Ansätze hat (z. B. als sie Crawford abweist), die zeigen, dass, wenn sie zurückhaltender gespielt hätte, eine glaubwürdige Interpretation möglich gewesen wäre. Übertrieben ist für meinen Geschmack auch Lady Bertram.

Edmund weicht etwas von der Buchvorlage ab und wirkt selbstbewusster und weniger überheblich Fanny gegenüber, was mich nicht weiter stört, weil der Schauspieler seine Sache ordentlich macht und ich so zumindest nicht alle zwei Minuten das Bedürfnis habe, ihn zu schlagen (-;.

Sir Thomas, Mary, Tom, Maria, Aunt Norris und Henry sind auch sehr gut getroffen. Henry fand ich am Anfang weder gutaussehend noch charmant, doch im Laufe des Films hat er mich überzeugt, bis ich am Ende wie jedes Mal beim Lesen des Buches tatsächlich glaubte, dass er jetzt ein besserer Mensch wegen Fanny wird. Dann störten mich weder die furchtbare Perücke, die er aufhat, noch seine etwas vorstehenden Zähne (-; Wirklich gute darstellerische Leistung (-: .

Was mir persönlich jetzt weniger ausmacht, aber auch erwähnt werden muss, sind die grauenhaften Perücken, die viele der Schauspieler tragen, die etwas seltsamen bis hässlichen Kleider und die statische und getragene Bühnenatmosphäre. Eben eine klassische ältere BBC-Produktion. Aber trotz ihrer Fehler ansehenswert.
(von Katharina)

Ein Geständnis: Auch wenn ich versucht habe völlig vorbehaltlos diesen Film zu sehen, bin ich nun doch angenehm überrascht darüber, dass mir diese Verfilmung gefällt. Mein zweiter Blick auf die Kassettenhülle galt der Länge des Films und 261 Minuten erweckten unwillkürliche Bedenken. Doch als eingefleischter Jane-Austen-Fanatiker musste ich diese Version sehen und wie gesagt, versuchte ich dies völlig unparteiisch zu tun.

Ohne Zweifel ist, wie von BBC gewohnt, die unvergleichliche Nähe zum Roman herausragend. Gleich zu Beginn hört man die vertrauten Worte in dem Gespräch zwischen den Bertrams und Mrs Norris, wenn es um die Anreise der kleinen Fanny Price geht. Auch die auffallend häufigen Außenaufnahmen tragen zur Abwechslung bei. Besonders der Ausflug nach Sotherton, auf Mr Rushworth Anwesen, ist diesbezüglich vorzeigbar. Ebenso gefielen mir die unterschiedlichen Variationen der Mode. Der Zuschauer bekommt von typischen Morgenkleidern, den normalen Tagesoutfits, bis zu Reitbekleidung der Damen auch eine ansehnliche Herrenausstattung vorgeführt (wenn auch manchmal sehr sehr bunt). Weiterhin bekommt man häufig Einblicke in ganz typische Dinge. Zu nennen wäre beispielsweise der Ball zu Ehren Fannys und die dort vielfältig gezeigten Tänze.

Die Darstellung von Fanny und Edmund als Kinder lässt keinen Zweifel über die sofortige Freundschaft der beiden aufkommen. Die eingebauten Szenen in denen sie ebenso mit ihren beiden Cousinen spielt oder von Tom ein Geschenk erhält, geben schöne Einblicke in die Zeit ihres Erwachsenenwerdens. Der kontinuierlich bestehende Briefwechsel zwischen Fanny und ihrem Bruder William schafft eine schöne Möglichkeit, ihre Gedanken zu erfahren. Gelungen finde ich ebenso Momente, wie ein gemeinsamer Ausritt, ein Spaziergang oder kleine Momente, in denen Fanny und Edmund kurze Kommentare untereinander austauschen, welche die enge Verbindung beider gut zeigt.

Zweifellos ist besonders Mr Rushworth gut getroffen. Aber auch die anderen Darsteller übermitteln das Bild, welches sich ein Leser wohl auch bei der Lektüre des Romans selbst erschaffen würde. Nebenbei bemerkt, finden sich auch bekannte Gesichter wieder. So zum Beispiel Samantha Bond als Maria Bertram - sie verkörperte in "Emma" mit Kate Beckinsale, Mrs Weston und auch Anna Massey, hier als Mrs Norris, welche auch in "The Importance Of Being Earnest" mitspielt. Mrs Norris tritt wie erwartet uneinsichtig, vorlaut und eigennützig auf. Ihr sind somit auch die Szenen zu verdanken in denen Fanny von ihrem Cousin oder gar von Julia Bertram in Schutz genommen wird. Was die Crawfords angeht, lässt die Wirkung von Miss Crawford auf Edmund Bertram keinen Zweifel offen und somit zeigt sich auch immer mehr die wahre Tiefe von Miss Price Gefühlen. Auch gefallen fand ich an Bernhard Hepton, der Sir Thomas Bertram sein Gesicht lieh. Sein fast liebevoller, netter und unbedingt gewissenhafter Umgang mit seiner aufgenommenen Nichte ist gelungen. Der erste Teil dieser Verfilmung endet mit seiner Heimkehr aus Antigua und dem Abbruch der Proben zur geplanten Theateraufführung auf Mansfield. Übrigens sind die Szenen, welche die Vergabe der Rollen enthalten, gerade zu komisch. Zu Beginn des zweiten Teils, findet die Hochzeit zwischen Maria Bertram und Rushworth statt. Nach und nach gewinnt nun auch Robert Burbage in bezug auf Fanny von Bedeutung. Er ist es der Henry Crawford spielt und nun festentschlossen um die Gunst der Heldin wirbt. Allerdings muss ich sagen, dass die Szene in der Sylvestra Le Touzel als Fanny Price, ihrem Onkel zu verstehen gibt, dass sie den Antrag Mr Crawfords ablehnt, absolut unstimmig ist. Mir erschien das verzweifelte Geheule zu übertrieben und nicht "Fanny-gerecht".

Was sonst über sie zu sagen wäre? Ich sehe Sylvestra Le Touzel als eine schlichte, ruhige, bescheidene Fanny und somit doch passend. Sie erscheint wortkarg, doch wenn sie etwas von sich gibt, ist es klug und von Bedeutung. Was die zweite Hauptrolle angeht, so ist über Nicholas Farrell nicht viel zu sagen. Als Edmund veranschaulicht er die erwartete Gelassenheit, die Hingabe zu Miss Crawford und lässt ihn im Endeffekt tugendhaft und ehrbar erscheinen. Am Ende des Filmes kam allerdings wieder etwas Verständnislosigkeit auf. So dachte ich mir: In den vergangenen vier Stunden sah ich wie sich Mr Crawford und Miss Bertram küssten und dem nicht zur Genüge, küssten sich die beiden nochmals, als Miss Bertram bereits Mrs Rushworth war. Nun frage ich, was ist mit Fanny und Edmund? Man sieht sie vor dem Altar und zum Schluss schlendern sie gemeinsam zu einer Gartenbank, setzten sich und... Ende. Abspann. Ich muss gestehen, dass das etwas enttäuschend war. Aber das ist eher eine Frage der Romantik......

Auf die Frage, welche Mansfield Park - Verfilmung mir besser gefällt - ob die mit Frances O`Connor oder diese - kann ich keine klare Antwort geben. Beide haben ihre Vorzüge aber auch genauso gewichtige Nachteile. Zumindest gilt für diese, dass sie zwar nicht diese Modernität der neueren Verfilmung besitzt, doch ebenso sehenswert, auf ihre eigene Art und Weise ist. Sie ist clever und hervorragend inszeniert. Und wer den Roman ohnehin schon mag, begeht sicher keinen Fehler damit, sich diesen Film anzusehen.
(von Mella)

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GB und USA, 1999

Das ist der imho mit Abstand schlechteste Film. Es scheint so, als ob die Regisseurin befunden hätte, dass sie das Buch zu langweilig, Fanny Price nicht emanzipiert und neunmalklug genug sowie die Männer viel zu positiv dargestellt fand. Deshalb wurde aus der eingeschüchterten aber moralisch starken Fanny eine schnippischer, kokkettierender Elizabeth-Bennet-Verschnitt. Jane Austen hat EB geschrieben, wenn sie eine selbstbewusste und etwas zu sehr von sich selbst eingenommene Heldin gewollt hätte, wäre sie sicher in der Lage gewesen, das zu bewerkstelligen.

Damit ist schon einmal das emotionale Kernstück der Geschichte weg und es wird völlig eliminiert, was für Mut und Größe Fanny braucht, um sich zu behaupten, eben gerade weil sie ständig Angst hat und sich viel lieber in einer Ecke verkriechen möchte. Hinzu kommt die unmögliche Dämonisierung von Sir Thomas, der im Buch zwar hart und über weite Strecken etwas gefühlskalt ist, aber immer gerecht und nicht ein gemeiner Bösewicht. Dementsprechend ist auch Aunt Norris nicht mehr so schlimm (denn Frauen können doch gar nicht böse sein...) und Lady Bertram das arme drogenabhängige Opfer. Susan ist jetzt Fannys Lieblingsschwester, denn es ist natürlich total unmöglich, dass sie ein enges Verhältnis zu ihrem Bruder William hat ( ein Mann!!!!).

Das wirklich Tragische daran ist, dass man sieht, was für ein filmisches Talent Patricia Rozema hat und wie gut die Darsteller sind. Von der Musik, über Bildkomposition bis zu einigen charmanten und klugen Ideen (z.B. die Schlusszusammenfassung der Lebenssituation der jeweiligen Personen) ist darin viel Schönes. Auch die Schauspieler geben ihr Bestes: Fanny und Mary sind charmant und clever (obwohl Fanny das wie gesagt gar nicht sein dürfte...), Edmund ist genau so wankelmütig und unsicher wie ich ihn mir vorgestellt habe (allerdings sympathisch, was für mich ein Pluspunkt gegenüber dem Buch ist) und Henry Crawford ist der mit Abstand Interessanteste und Anziehendste der Männer (so wie es sein sollte...). Und dennoch ist das Endresultat durch die zwanghaften Modernisierungen seelenlos und leer. Wirklich schade.
(von Katharina)

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Emma

1972 1995

1996

GB, 1972

Grundsätzlich ist zu sagen, dass auch hier BBC so nah wie möglich an der Romanvorlage geblieben ist. Jegliche Handlungen, die auch nur annähernd aus dem Buch im Gedächtnis bleiben, sind in dieser Verfilmung enth alten. Leider bleibt es da nicht aus, die Grenze zwischen Unterhaltung und Langeweile zu streifen oder sogar zu übertreten. 257 Minuten waren für mich im Endeffekt zu langwierig. Mein erster Eindruck, einem Theaterstück beizuwohnen, ist wohl auf das Alter der Verfilmung zurückzuführen, was auch nicht weiter stört, doch insgesamt wirkt doch alles sehr farblos.

Was die Schauspieler angeht, empfand ich Doran Goodwin als Emma, zu Beginn schon nahezu intrigant und gegenüber Miss Bates zu überheblich. Ihr Einfluss auf Harriet wird besonders zu Beginn sehr deutlich und wirft ein charakterlich schlechteres Bild auf sie. John Carson als Knightley wird seiner Rolle wohl am ehesten dadurch gerecht, da er durch seine ruhige und rationale Art besticht. Doch mein erster Gedanke war, dass er entschieden zu alt aussieht. Ebenso bekommt der Zuschauer einen recht ausgedehnten Blick auf Isabella und John Knightley und viele Einblicke in Harriet und Mrs Goddard`s Beziehung zueinander, was in anderen Verfilmungen kaum der Fall ist. Nach meiner Meinung, sind die Grundzüge der Charaktere wohl der Romanvorlage nach getroffen und lediglich Kleinigkeiten lassen Raum für Kritik. Wie ich schon sagte, bemerkt man, wie viel Wert auf die Nähe zum Buch gelegt wird, was einem natürlich auch die Personen näher bringt.

Aber unterhaltsam sind wohl lediglich die kurzen Unterhaltungen zwischen Emma und Knightley und Mrs Elton oder Frank Churchill sind nur zeitweise diesbezüglich hilfreich. Nach über 3 Stunden war ich natürlich gespannt auf die Begegnung zwischen Emma und Knightley im Park. Kurz gefasst: die gesamten Geschehnisse am Ende sind recht enttäuschend. Nicht einmal die Szene, in der Knightley Emma darum bittet, ihn George zu nennen, ist entschädigend.

Auch wenn es keine Zeitverschwendung war, diese Verfilmung anzusehen, denke ich, dass man damit leben kann, wenn man nicht die Gelegenheit dazu hat. Ob man nun Kate Beckinsale oder Gwyneth Paltrow als Emma lieber mag, sicher zieht man Doran Goodwin keiner von beiden vor.
(von Mella)

Zunächst muß ich sagen, dass ich die moderneren Verfilmungen bevorzuge. Diese steife Theateratmosphäre und die vielen Studioaufnahmen gefallen mir nicht so. Mit einer entsprechend vorgefassten Meinung habe ich den Film gesehen. Und nun bin ich überrascht, dass ich 3 sehr gute "Emma"-Verfilmungen kenne, und das, wo "Emma" nun wirklich nicht mein Lieblingsroman ist.

Aber nun im Detail. Auch diese Verfilmungen hat natürlich Stärken und Schwächen. Da sind zunächst erstmal die technischen Unvollkommenheiten, die sowohl dem Alter als auch dem ursprünglichen Zweck der Inszenierung geschuldet sind. Auch die Kostüme und Frisuren muten teilweise etwas merkwürdig an. Da sind wir von den neuen Verfilmungen denn doch etwas verwöhnt.

Doch zur Verfilmung an sich. Der Film weist einige Längen auf, so dass mir manchmal nicht schnell genug vorwärts ging, aber dies ist ein Fehler, den ich auch dem Buch unterstelle. Von Langeweile würde ich allerdings nicht sprechen. Die beiden neueren Adaptionen habe hier durchaus sinnvoll gekürzt, um mehr Tempo zu bekommen, ohne den Sinn zu entstellen.

Die Besetzung der Rollen ist teilweise gelungen und teilweise auch total mißraten. Der ärgerlichste Fehler ist dabei für mich Doran Goodwin als Emma. Ihre Emma ist eigentlich immer dabei, über Harriet oder ihren Vater die Augen zu verdrehen ob ihrer Dummheit. Und wenn sie dies nicht tut, dann äußert sie ihre Meinung in einer Mischung aus Übellaunigkeit, Arroganz und Oberlehrerhaftigkeit. Nie ist ihr Lächeln natürlich, nie wirkt ihre Freude echt. Selbst ihre Liebe gesteht sie mit einem maskenhaften Ausdruck im Gesicht (ich habe es, sie erinnert mich an David Rintoul als Mr. Darcy). Wie Mr Knightley sich hätte in so eine Emma verlieben können, ist mir unvorstellbar, an ihr ist nichts liebenswert. Dabei ist doch gerade die Tatsache, dass sie ihren wunderlichen Vater so liebevoll behandelt, sicher eine Ursache, dass Mr. Knightley sie liebenswert findet. Man kann über Kate Beckinsales und GwyNeth Paltrows Emma's sicher unterschiedlicher Meinung sein, wer die bessere Emma ist, aber sie sind beide wesentlich glaubwürdiger als Doran Goodwin (und btw, ich mag sie beide sehr gern).

Die nächste Fehlbesetzung ist Ania Marson als Jane Fairfax. Auch sie behandelt ihre Umgebung teilweise richtig rüde und weist ihre Tante in aller Öffentlichkeit mehrfach zurecht. Das hätte ich von der lieblichen Jane nie erwartet. Für mich ist ganz klar Olivia Williams (Emma 1996) die definitive Jane Fairfax.

Doch nun zu den Stärken dieser Verfilmung, die es eben auch gibt. John Carson ist nun wieder ein ganz anderer Mr. Knightley als Jeremy Northam und Mark Strong es waren. Doch auch er überzeugt mich völlig. Optisch kann er natürlich mit Jeremy Northam genauso wenig mithalten wie Mark Strong, aber das finde ich inzwischen auch überhaupt nicht mehr wichtig. Trotz dieses Mangels schafft er es glaubwürdig zu vermitteln, dass sich gleich zwei Frauen in ihn verlieben könnten.

Mit Debbie Bowen als Harriet Smith hat der Regisseur einen absoluten Glücksgriff getan. Für mich ist sie die überzeugendste Harriet Smith. Gut, Toni Collette zu übertrumpfen ist keine Kunst, da ich sie für einen glatten Fehlgriff halte, aber Samantha Morton war eigentlich schon überzeugend. Doch auch die Besetzung der folgenden Charaktere ist mir positiv aufgefallen: Mr. Woodhouse, Mr. John Knightley, Miss Bates und Frank Churchill.

Mein Fazit: ein Film den zu besitzen und zu sehen sich trotz einiger Längen sicher lohnt.
(von Sonja)

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USA, 1995

Ich mag diese Emma-Version wahnsinnig gerne und tendiere dabei dazu, ihre Schwächen zu übersehen. Allerdings hat sie einige und die müssen der Fairness halber auch erwähnt werden (-; .

Als erstes natürlich die allgemeine "Hollywoodisierung" der ganzen Geschichte, d. h. die Ecken und Kanten der Protagonisten wurden geglättet und der Humor ist an Stellen zu grob. Weiterhin zu erwähnen die in meinen Augen fehlbesetzte Toni Collette als Harriet. Collette ist eine ganz wunderbare Schauspielerin, aber jemand der so einfältig ist wie Harriet, kann nur von jemandem verkörpert werden, der naiv und unschuldig wirkt, damit die Figur sympathisch bleibt. Dann wären da noch die Vernachlässigung des Fairfax-Churchill Plots und Ewan McGregors entsetzliche Perücke (-;

Ansonsten ist es eine wunderbare Komödie, in der mich zu meinem Erstaunen sogar Paltrow als Emma überzeugt hat, obwohl sie etwas sehr "zauberhaft" herüberkommt und Emmas unangenehme Seiten unterschlagen werden.

Jeremy Northam wäre der perfekte Knightley, hätte man seine Figur nicht zu einem klassischen romantic hero umfunktionieren wollen, dennoch ist er in vielen Szenen, wie ich mir Knightley vorgestellt habe( die erste Szene bei den Woodhouses, der Abend bei den Coles, der Ball, Box Hill etc.)

Ebenfalls sehr gut sind Mrs. Elton und Miss Bates. Mr Woodhouse ist allerdings schlecht wiedergegeben. Insgesamt aber eine vergnügliche und an Stellen anrührende Sache.
(von Katharina)

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Northanger Abbey


GB, 1986

Der Film überzeugt mich nicht wirklich. Und diesmal liegt es nicht daran, dass er etwas älter und damit etwas unperfekter ist. Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt und "Emma" (1972) und "Mansfield Park" (1983) kann ich durchaus Positives abgewinnen.

Im Film hat Catherine immer wieder Tagträume, in denen, ganz "Gothic", arme Jungfrauen aus den Händen brutaler Schurken gerettet werden. Man hat dieses Mittel wohl gewählt, um Catherines unreife Realitätsferne darzustellen. Da dieses Mittel aber zu häufig und völlig übergangslos angewandt wird, mußte ich jedesmal raten, ist es nun Realität oder wieder ein Ausbruch ihrer wirren Phantasie. Selbst als es zum finalen Happy End kommt war ich erst sicher, dass dies nun wieder Realität und nicht vorwegnehmender Traum ist, als der Abspann lief. Ich wußte ja, so muß der Film enden, aber der Übergang zwischen Catherines Phantasie und erlebter Realität ist zu fließend.

Was auch überhaupt nicht zu Jane Austen paßt, ist die Filmmusik. Na gut, nicht alle Filme könne so perfekt auch musikalisch umgesetzt werden wie "Stolz und Vorurteil" (1995) und "Emma" (1995). Im ungünstigsten Fall prägt sich die Filmmusik gar nicht ein, weil sie eben nicht herausragend ist. Aber die Filmmusik von "Northanger Abbey" hat sich mir eingeprägt, und zwar als ausgesprochen unpassend. Es sollte wahrscheinlich zu eben diesen Traumsequenzen passen und deshalb hat man höchst dramatische Synthesizer-Musik gewählt. Das war teilweise schon nervig.

Schade eigentlich, ich wünschte die BBC wäre bei dem bewährten Konzept von "Mansfield Park" (1983) geblieben.
(von Sonja)

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